Von Hass und Hetze der Nazis

Hier finden Sie Informationen zum Projekt „Von Hass und Hetze der Nazis – Filmseminare für Schulen in NRW mit dem antisemitischen Propagandafilm „Jud Süß“„, einem medienpädagogischen Angebot der Beauftragten des Landes Nordrhein-Westfalen für die Bekämpfung des Antisemitismus, für jüdisches Leben und Erinnerungskultur in Kooperation mit dem Institut für Kino und Filmkultur e.V. und der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung.

Einführung

Die Nationalsozialisten haben sehr frühzeitig die suggestive Macht bewegter Bilder in ihrer Propaganda eingesetzt. Mit Filmen wollten sie ihre Schlagworte, ihre Weltsicht und ihre Ziele den Menschen nahebringen. Die Propagandafilme zeigen die politischen Absichten der Nationalsozialisten deutlich, sie offenbaren die Verdrehungen der Wirklichkeit und zeigen die Verführung der Nazi-Ideologie.

Bei dem im Rahmen der Veranstaltungen gezeigten Propagandafilm „Jud Süß“ handelt es sich um einen Originalfilm aus der Zeit des Nationalsozialismus, der dezidiert produziert wurde, um die Menschen im Sinne der NS-Ideologie zu beeinflussen und zu manipulieren. Der Film steht heute unter einem sog. Vorbehalt: Er darf nur im Rahmen einer begleiteten Veranstaltung vorgeführt werden.

Ziel der Veranstaltungen ist es, Schülerinnen und Schüler über die antisemitisch hetzende Propaganda des NS-Regimes aufzuklären, antisemitische Codes und Metaphern zu dekonstruieren und für Toleranz und Demokratie zu sensibilisieren.

Der Propagandaspielfilm „Jud Süß“

Der Spielfilm von Regisseur Veit Harlan basiert auf der Lebensgeschichte von Joseph Süß Oppenheimer, der im 18. Jh. als Finanzberater des württembergischen Herzogs Karl Alexander tätig war und schon bald als Urheber aller Missstände im Land galt. Nach dem Tod des Herzogs wurde Oppenheimer 1738 hingerichtet. Bei der Charakterisierung Oppenheimers und anderer jüdischer Figuren bedient sich der Film gezielt zahlreicher antisemitischer Stereotype, Codes und Metaphern. In erster Linie als Unterhaltungsfilm konzipiert, setzte „Jud Süß“ Millionen von Kinobesuchern Anfang der 1940er Jahre einer subtilen antisemitischen Beeinflussung aus.

Ablauf

Das Institut für Kino und Filmkultur (IKF) entsendet zu den Vorführungen einen Referenten, der vor der Filmsichtung Informationen zur Produktionsgeschichte und den Zeitumständen gibt und im Anschluss an die Filmsichtung eine Filmanalyse skizziert und ein Filmgespräch führt, in dem auch die filmsprachlichen Aspekte des Propagandawerks herausgestellt werden.

Die Veranstaltung umfasst etwa drei Zeitstunden.

Altersgruppen

Die Veranstaltungen richten sich an Schülerinnen und Schüler aller Schularten in NRW ab der Jahrgangsstufe 10. Die Vor- und Nachbereitung im Rahmen des (Fach-) Unterrichts ist wünschenswert.

Veranstaltungsort

Die Veranstaltungen können entweder in einem Kino, in der Schule oder einer geeigneten Räumlichkeit stattfinden. Gerne organisiert das Institut für Kino und Filmkultur die Veranstaltung im nächstgelegenen Kino.

Soll das Filmseminar in der Schule durchgeführt werden, werden entsprechende Räumlichkeiten (verdunkelbarer Raum) und Technik (Leinwand, Beamer, Tonanlage) vorausgesetzt.

Eintrittspreis

Bei Veranstaltungen, die in einem Kino stattfinden, wird vom Kino ein ermäßigter Eintrittspreis für die Teilnehmenden erhoben. Findet die Veranstaltung in der Schule statt, ist sie für die Teilnehmenden kostenfrei. Die reduzierten Kosten für die Entleihung der Filmkopie müssen von der Schule übernommen werden.

Buchung

Wenn Sie eine Filmveranstaltung buchen möchten oder noch Fragen haben, wenden Sie sich bitte per Mail an Horst Walther oder Michael M. Kleinschmidt vom Institut für Kino und Filmkultur e.V. (IKF): nrw-projekt[AT]film-kultur.de.

Flyer

Hier können Sie den Flyer des Projekts als PDF-Datei herunterladen.